Bereits vor dem Abflug hatten wir Gelegenheit, die peruanische Gastfreundschaft kennenzulernen: Die Dame am Terminal hat, als sie unser Flugziel auf dem Bildschirm sah, mit einem kurzen, knackigen 'Ja! Ich hab 's gewusst!' die Becker-Faust in die Höhe gestreckt. Die Begeisterung ließ sich schnell deuten. Auf ihrer Brust prangte das Namensschild „Ana Maria“. Ana in der spanischen Schreibweise mit nur einem n. Daneben die peruanische Flagge (leicht zu merken: Es ist die österreichische Flagge um 90° gedreht). Das brachte und gleich ein paar Tipps für die weitere Reise ein und einige gute Wünsche. Die beiden Flüge von gut 10 und gut 5 Stunden hat es aber auch nicht erträglicher gemacht. Die knapp zwei Stunden Aufenthalt in Atlanta haben gut ausgereicht, um den Anschlussflug zu erreichen, das Gepäck war durchgecheckt.
Problematischer war die Ankunft in Peru – naja nicht die Ankunft aber das Leihen des Autos. Aus Brasilien war ich ja schon Einiges gewohnt. Sprachlich ging das im Flughafen Lima deutlich besser als seinerzeit in Belo Horizonte. Aber den peruanischen Straßen wird nicht viel zugetraut; den peruansichen Autos noch weniger. Auf unseren Hinweis, das wir vorhätten den ganzen Süden des Landes bis zum Titikakasee zu bereisen, erhielten wir eine Hertz-Karte in denen die wichtigsten Überlandverbindungen gelb markiert waren. Und das sind nicht viele. Das sind aber die von Hertz zugelassenen Straßenverbindungen – zumindest solange man sich in einem Toyota Yaris bewegt. Wir werden die Routenplanung überdenken müssen – oder gegebenenfalls das Fahrzeug wechseln.
Aber es gibt auch erste Erfolge zu berichten: Besser als vor zwei Jahren in Mexico City haben wir, fast ohne uns zu verfahren, den Weg in den Stadtteil Miraflores und zum Hotel durch das nächtliche Lima gefunden. Beim Einparken auf dem Hotelparkplatz so gegen 1.30h passierten dann aber noch eine Peinlichkeit. Als ich den Kofferraum öffnete, um die beiden Rucksäcke herauszunehmen, ging die Alarmanlage des Autos los und ich benötigte so ca. eine Minute, bis ich den richtigen Knopf gefunden hatte, um das blöde Ding abzustellen. Die Fahrzeugübergabe hatte eine gute Viertelstunde gedauert. Der Kollege vom Autoverleih hatte sich reichlich Zeit genommen, um uns gegen Mitternacht sogar den Wagenheber (unter dem Fahrersitz) und die spezielle Nuss für die Sicherheitsbolzen an den Rädern (Klappe links vom Lenkrad) zu zeigen. Die Beschreibung der vielfältigen Funktionen der Alarmanlage hat er bei seinen weitläufigen Erklärungen leider vergessen.
Nach ungefähr fünf, nicht so tollen, Stunden Schlaf sind wir dann aufgestanden, um Lima zu erkunden. Das Frühstück im Hotel war okay, wenn man es als 1. Frühstück durchgehen lässt, in der Altstadt haben wir noch einmal nachgelegt. Im Urlaub darf man sich auch ein 2. Frühstück leisten. Das Auto hatten wir am Hotel stehen gelassen und die ca. 12 Km bis in die Altstadt
Die ehemalige Universität San Marco wurde uns für je 5 Soles Eintritt ausführlich erklärt. Allerdings muss ich da auf Wikipedia verweisen. Die junge Führerin hat sich redlich Mühe gegeben, aber das war sprachlich für mich grenzwertig. Nur mit Mühe habe ich dem Vortrag folgen können und ein paar mal habe ich nachgefragt. Aber es war toll. Insbesondere weil ich mich auf den Stuhl des Rektors setzen durfte. Das steht mir. Beim Ausgang durch den Park der ehemaligen Universität musste ich dann mal. Na, wie man halt mal so muss. Bei der örtlichen Servicestation im Park setzte dann auch sofort die peinliche Befragung ein, als mich die gute Frau, die das dort organisiert fragte, ob es den 'Urinal?' sein sollte (Bitte 'Urrrrrinall' aussprechen, dabei das R richtig schön rollen und das Wort so betonen, als hätte es zwei L am Ende). Das kostet nämlich weniger und man erhält auch kein Papier. Ja, so genau nehmen die Peruaner das.
Nach dem späten Mittagessen in der Altstadt brachte uns ein Taxi wieder zurück nach Miraflores und wir haben das neue Amüsierviertel in der Nähe unseres Hotels erkundet. Ein Reihe von Geschäften und Restaurants schmiegt sich in mehreren Etagen an die Steilküste. Leider war die Sicht nicht besonders gut und Strand und Meer erschienen Ton in Ton grau. Wie steil die Steilküste wirklich ist, haben wir dann noch ausprobieren müssen. Ein Weg mit mehreren hundert Stufen führt von der ob
Einen angenehmen Ausklang brachte dann noch der anschließende Restaurantbesuch. Nach einer kurzen Ruhepause und einer Dusche haben wir uns in der Shopping Mall am Meer einen schönen Platz auf der Terrasse gesucht. Eine große Glasscheibe hält den Wind von der See auf und über uns gibt ein Gasbrenner seine Wärme ab. Man ist draußen, aber es ist nicht unangenehm kalt und/oder windig. Obwohl wir das Gefühl nicht loswerden, das es sich auch hier und einen Touristennepp handelt, ist der Kellner aufmerksam und das peruanische Bier gut gekühlt. Mit Longdrink und Pisco fällt die Rechnung höher als geplant aus – aber Abzocke ist es auch nicht. Es ist schön hier in Lima

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